Touristenzentrum Salem

Salem baut ein touristisches Zentrum
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Der kubisch wirkende Entwurf des Zentrums irritiert die Nostalgiker im Dorf.
Foto: hfr
Salem - Bei einer Infoveranstaltung lernten die Bürger ihr künftiges Gemeindezentrum kennen. Es soll in zwei Stufen gebaut werden. Der Hauptbau dürfte im Herbst 2012 fertig sein.

Seit 20 Jahren plagt sich die Gemeinde Salem mit Leerstand in zentraler Lage des Ortes. Jetzt wurde die Gaststätte Lindenhof bis auf eine alte Scheune eingeebnet. An ihrer Stelle entsteht demnächst das neue Gemeindezentrum für etwas mehr als 1,2 Millionen Euro.
Die große Variante der Planung musste vertagt werden, da ein ,,Leuchtturmprojekt" über die Aktivregion nicht zustande kam. Trotzdem konnte Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß 255 000 Euro Fördergelder der EU zusichern. Voß ist Vorsitzender der Aktivregion Nord. Durch ein zusätzliches günstiges Darlehen des Landes vermindert sich der Eigenanteil der Gemeinde Salem auf etwas mehr als eine halbe Million Euro.
Die Sanierung der denkmalgeschützten alten Scheune des Lindenhofes soll als eigenes Projekt beantragt werden. Eine Entscheidung zu dafür notwendigen weiteren EU-Mitteln will das Landesamt für Umwelt und ländliche Räume im Dezember fällen. Das kreisweite Geopark-Projekt wächst so oder so, obwohl in der Scheune neben Natur und Wasserkraft viel Geologisches präsentiert werden sollte.  Die Kosten werden auf etwas mehr als einer halbe Million Euro geschätzt.
Das jetzt realisierbare Haupthaus mit rund 810 Quadratmetern Nutzfläche ist multifunktional angelegt. Neben Nutzungen der Gemeinde, der Feuerwehr und der Bürger soll auch der Tourismus angekurbelt werden. Dazu wurden vier attraktive Fremdenzimmer mit eigenem Bad und separatem Zugang sowie eine Pächterwohnung geplant. Sie umfasst 96 Quadratmeter Wohnfläche inklusive einer Dachterrasse auf dem Dach der Feuerwehr. Fünf Säle entstehen. Der größte Saal über 120 Quadratmeter lässt sich teilen.
Die schönste Attraktion ist ein zweigeschossiges Foyer mit Blick in den Himmel, auf eine innere Fußgängerbrücke und auf den Salemer See. Daran schließt sich ein lichtdurchflutetes Bistro an. Für dessen Betrieb gebe es schon zwei Interessenten, sagte Bürgermeister Herbert Schmidt. Auch Bewegungssport soll im neuen Zentrum gefördert werden. Verantwortlich für die Planung einschließlich sämtlicher Servicebereiche ist Architekt Bernd Kroll aus Duvensee.
Er setzte sich gegen vier weitere Architekturbüros in einem Wettbewerb durch. Anklänge an die Dorfstruktur bietet er mit einem kubischen Baukörper, der weitgehend von einem Satteldach eingefasst ist. Die geplante massive Bauweise soll Auflagen der neuesten Energieeinsparverordnung erfüllen. Das Erscheinungsbild des neuen Gemeindezentrums entlehnte Kroll der jüngsten Architekturmode. So wirkt der Bau kühl. Rotgelbliche Steine sollen die Fassaden zieren.
Dagegen regte sich Widerstand in der Versammlung. In Salem dominieren bisher rote Ziegelsteine und eine ländliche Bauweise. Bürgermeister Schmidt wies darauf hin, dass es zu Gestaltung immer eine Vielzahl von Meinungen gebe. Stolz präsentierte er hingegen die Finanzlage Salems. Durch den Verkauf des Salemer Seehofs und der bisherigen Feuerwehr seien die Kosten der Gemeinde mehr als gedeckt. Salem habe derzeit nur 26 300 Euro Schulden. Das entspreche 45 Euro pro Einwohner. Im Landesdurchschnitt würden die Bürger hingegen mit 930 Euro Schulden pro Einwohner belastet.
Von Marc von Kopylow

Planung neues Touristenzentrum Salem
Herbert Schmidt stellt das neue Gemeindezentrum vor
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Es sind viele gekommen
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und alle waren gespannt auf die neuen Informationen