Moorschnucken NDR 3 in Salem

Lübecker Nachrichten
vom 04.02.2006

Salemer Seehof bietet Schaf, das nach Wild schmeckt -
 und der NDR berichtete gestern darüber live am Kochtopf.


Topfgucken in der Spezialitätenküche

Moorschnucken gibt es von heute an im Seehof von Salem. Dem NDR - Magazin DAS ! war dies sogar eine Direcktübertragung aus Salem wert, denn Moorschnucken sind etwas ganz Besonderes: zierliche Schafe, die das ganze Jahr über draußen leben und sich von Kräutern und Beeren ernähren. Im Naturpark Schaalsee pflegen sie die Feuchtbiotope. Auf der Suche nach etwas Besonderem aus der Region für sein Restaurant lernte Seehofwirt Jasper Schadendorf ( 46 ) Schäfer Detlef Mohr (43 ) aus Klein Salitz bei Roggendorf kennen - und seine raren Schnucken schätzen. "sie schmecken ganz anders als die neuseeländischen Industrieschafe", sagt der Koch, "weil sie wild leben und Kräuter fressen, mehr nach Wild als nach Schaf. Deshalb würze ich sie auch nur ganz behutsam. Dieser fantastische Geschmack darf nicht übertönt werden." Das Fleisch ist wertvoll. Der Schäfer kann aus seiner Herde von 300 Stück nur wenige pro Woche liefern, denn die Tiere müssen zwei Jahre alt sein, bis sie ihr Schlachtgewicht von 15 Kilo erreichen. Viel dran ist an einer Moorschnucke nicht. "Schnucke heißt ja auch Schäfchen", erinnert Mohr. Geschlachtet werden die Tiere in einer kleinen Landschlachterei in der Nachbarschaft, gewürzt mit Kräutern aus dem Biosphärenreservat. 17,50 Euro kostet eine Portion Rücken im Seehof, 14,50 ein Steak vom Schaalseeschaf.

Annemarie Stoltenberg vom NDR interviewt vor den Pfannen in seiner Küche den Salemer Seehof - Chef Jasper Schadendorf. Rechts außen Schäfer Detlef Mohr, der die Moorschnucken züchtet. Beide sind begeistert von dieser regionalen grenzüberschreitenden Partnerschaft.

NDR 3 - TV Live im Seehof Salem
Moorschnucken



  
  
  
Auszug aus der Speisekarte vom Seehof Salem
Die Moorschnucke vom Schaalsee war einst weitverbreitet in ganz Norddeutschland.
Mittlerweile zählt die Moorschnucke zu den vom Aussterben bedrohten Haustierrassen.
In der Lüneburger Heide, bei Diepholz gibt es noch drei Herden, auf Fehmarn, an einigen Küstenstrichen in Mecklenburg und am Schaalsee lebt noch eine Herde Moorschnucken.

Die Schaalsee - Moorschnucke wird zur Landschaftspflege und im Naturschutz eingesetzt.
Sie ist eine der ganz wenigen Schnuckenrassen, die - wie der Name schon sagt -, auf feuchten Wiesen, Sümpfen und in Mooren ihre Nahrung findet.
Sie ernährt sich ausschließlich von Sumpfgräsern, Wildkräutern, jungen Baum - und Buschsprösslingen und schützt so die letzten intakten Moore und Feuchtbiotope am Schaalsee vor Verbuschung, Bebaumung und langsamen Austrocknen.

Die Schaalsee - Moorschnucke lebt das ganze Jahr auf der "Weide". In Ställen fühlt sie sich nicht wohl.
Auch im Winter wird der Schnucke kein zusätzliches Futter gegeben. Selbst unter einer geschlossenen Schneedecke ist die Moorschnucke in der Lage, ihre Nahrung zu finden. Deswegen braucht die Moorschnucke ca. 1,5 bis 2 Jahre um schlachtreif zu werden.

Wir kaufen ganze lebende Moorschnucke von der Schmucken - Schäferei Herrn Detlef Mohr aus Klein Salitz am Schaalsee.
Die Schnucken werden in einer kleinen Landschlachterei im Hof Zieger in Warschow exlusiv für uns geschlachtet.

Die Moorschnuckenherde ist noch relativ klein, nur ca. 300 Muttertiere, daher ist die Schaalsee - Moorschnucke nicht immer verfügbar. Verschiedene Gemüse, Kräuter und Beilagen beziehen wir auch zu einem Großteil aus der Schaalseeregion und auch hier unterliegen wir starken saisonalen Schwankungen.
Die Gerichte dieser speziellen Moorschnucken - Karte sind daher etwas ganz besonderes. Für uns und unsere Vorlieferanten arbeitsintensiv, aufwendig und auch nicht billig in der Beschaffung, Transport, Vor- und Zubereitung.

Für Sie, liebe Gäste, das Beste aus der Schaalseeregion, mit viel Herzblut und der allergrößten Liebe aufgezogen, verarbeitet und für Sie speziell zubereitet. Bitte seien Sie nicht enttäuscht, wenn nicht immer alle Gerichte oder Zutaten erhältlich sind. Dies ist nur das beste Zeichen für Frische und Qualität aus unserer schönen und gesunden Schaalsee - Region.

Das Fleisch unserer Schaalsee - Moorschnucke ist in keinster Weise mit Lammfleisch zu vergleichen. Die Moorschnucke ernährt sich ausschließlich von Wildkräutern, Beeren, jungen Trieben und Sumpfgräsern.
Das Fleisch der Moorschnucke ist sehr zart, fettarm und tiefrot, und erinnert im Geschmack eher an Wild.

Die Moorschnucke ist eine seltene Haustierrasse und vom Aussterben bedroht, ... und jetzt in der Pfanne.

Ist das nicht ein Widerspruch in sich !?

Die Moorschnuckenherden am Schaalsee brauchen eine bestimmte Grösse um die Feuchtbiotope am Schaalsee zu "pflegen".

Jungtiere müssen nachkommen, damit die Herde nicht überaltert. Wenn die schlachtreifen Moorschnucke nicht vermarktet werden können, muss der Schäfer die Weiterzüchtung stoppen, die Herde überaltert, und die wertvollen Moorschnucke vom Schaalsee gibt es bald nicht mehr.