SVZ Zeitung

Enge Partnerschaft seit 20 Jahren

Bürgerverein Jesendorf würdigt langjährige Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Salem mit Gedenktafel

 



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 NISBILL:  Überrascht und gerührt. So reagierte Walter Jung, der Vorsitzende des Bürgervereins Salem (Schleswig Holstein), am Sonnabend im Rahmen eines Treffens im Haus am Bibowsee in Nisbill, als er von Helmut Schmidt vom Bürgerverein Jesendorf e.V. ein besonderes Geschenk entgegennahm- eine Tafel aus Edelstahl, graviert unter anderem mit einem Bild eines tanzenden Paares. Der Jesendorfer Bürgerverein hatte die Tafel anfertigen lassen, um die20-jährige Partnerschaft unter den Bürgern der Gemeinden Jesendorf und Salem zu würdigen. ,,Wir sind zusammengewachsen und Freunde geworden. Eine Freundschaft, die beispielhaft und längst zu einer Herzenssache geworden ist", kommentierte der Vorsitzende des Bürgervereins Jesendorf Werner Schüler (66).

 

Nach der Wende 1989 waren die Gemeinden der ehemaligen DDR in einem Umbruch. Sie mussten eine für sie neue Verwaltungsstruktur etablieren. Hilfe suchten sie sich dafür in den alten Bundesländern. So auch Jesendorf. Werner Schüler, damals noch Bürgermeister von Jesendorf, machte sich auf zum Amt Gudow / Sterly im Herzogtum Lauenburg, um einen potenziellen Partner zu finden, der ihm politisch zu Rate steht. Von den angebotenen Gemeinden fiel die Wahl auf Salem, die in ihrer Größe und Struktur Jesendorf sehr ähnlich war. Ein Glücksgriff, wie sich im Laufe der Jahre zeigen sollte. Salem unterstützte die Jesendorfer dabei, Haushalt zu planen, Fördermittel zu beantragen und die erste,, demokratische" Wahl zu organisieren. Zweimal gab es sogar eine gemeinsame Gemeindevertretersitzung. ,,Wir waren gelernte DDR-Bürger. Wir wussten doch nichts", erinnerte sich Schmidt an die schwierigen Anfänge.

Über die fruchtbare Zusammenarbeit auf kommunalpolitischer Ebene hinaus trafen sich regelmäßig die Bürger aus beiden Gemeinden in Salem und Jesendorf, um sich und die Ortschaften besser kennen zu lernen.

Am 31. Oktober 1992 wurde die Partnerschaft durch eine Urkunde offiziell. Mit der Unterschrift der damaligen Verwaltungsoberhäupter gingen beide Gemeinden die Verpflichtung ein, sich gegenseitig in allen Bereichen der kommunalen Gemeinschaft zu unterstützen, den Ausbau zwischenmenschlicher Beziehungen zu fördern und ihre kulturelle Geschichte gemeinsam zu pflegen.

Nur zwei Jahre später stand die Partnerschaftvor dem Aus. Der Grund: Die neu gewählte Gemeindevertretung in Jesendorf zeigte wenig Interesse daran, die politischen Beziehungen zur Partnergemeinde aufrecht zu erhalten. Um die Kontakte dennoch nicht abreisen zu lassen, wurde der im selben Jahr gegründete Bürgerverein Jesendorf e.V. Träger der Partnerschaft. Und dabei ist es geblieben. Seit nunmehr 20 Jahren pflegen die Salemer und Jesendorfer ihre gegenseitigen Bande. Regelmäßig kommen sie zu den unterschiedlichsten Anlässen zusammen wieSommerfeste, Maibaumsetzen und Neujahrszuprosten Zudem nehmen die Jesendorfer am Amtspokalschießen in Salem teil. Mindesten einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder beider Bürgervereine zum Boßeln. Dabei handelt es sich um ein Spiel mit dem Ziel, eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke zu werfen.

Diese zwanglosen Zusammenkünfte sind es, die das Geheimnis der guten Partnerschaft ausmachen. ,,Wir unterhalten uns, machen gemeinsame Ausflüge und wir trinken auch mal etwas zusammen- aber nie zu viel", so Walter Jung, Vorsitzender des Bürgervereins Salem. ,,Wir haben uns einfach von Anfang an verstanden und etwas geschaffen ,was uns Freude gab und immer noch gibt", fügt sein Amtskollege aus Jesendorf Werner Schüler hinzu. Dabei ging es nie um finanzielle Hilfe, so Schüler weiter. Das nächste Treffen der Freunde findet im September statt. Dann fahren die Jesendorfer nach Salem, um mit einer Feier das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zu begehen. Bis dahin wird das Geschenk der Jesendorfer einen würdigen Platz am Gemeindehaus in Salem erhalten haben. Stefanie Milius

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Helmut Schmidt (r.) vom Bürgerverein Jesendorf übergibt an Walter Jung (l.) vom Bürgerverein Salem eine Tafel aus Edelstahl mit dem Abbild eines tanzenden Pärchens. Es symbolisiert die 20-jährige Freundschaft zwischen den Gemeinden.
FOTO: STEFANIE MILIUS